Ministerpräsident Kretschmer besucht EFBI
Leipzig, 28. April 2026. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte am 23. April das Else-Frenkel-Brunswik-Institut (EFBI) und erkundigte sich über dessen Arbeit.
Nach einer Vorstellung des Instituts durch Institutsdirektor Professor Oliver Decker erhielten der Ministerpräsident und der Landtagsabgeordnete Rick Ulbricht (CDU) Einblicke in ein aktuelles Forschungsprojekt des EFBI, das sich mit den Folgen des Umbruchs 89/90 und der darauffolgenden Transformation auf politische Einstellungen beschäftigt. In der anschließenden Diskussion mit den EFBI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kam insbesondere die Bedeutung biografischer Prägungen für die politische Bildung zur Sprache.
Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Die Erfahrungen der Menschen seit 1989 prägen unser Land bis heute. Wer diese Lebensgeschichten ernst nimmt, versteht besser, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt hat und wie wir politische Bildung so gestalten können, dass sie näher an der Realität der Menschen ist.“
Auf einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit des Instituts wies der Prorektor für Campusentwicklung Professor Matthias Middell hin: „Zusammen mit dem EFBI werden – etwa im BMFTR-geförderten T!Raum-Projekt – neue Strategien entwickelt, um Kommunen bei der Konfliktbearbeitung vor Ort zu stärken und zu unterstützen.“
Professor Decker machte deutlich: „Das EFBI liefert durch seine Forschung wichtige Erkenntnisse zu aktuellen Herausforderungen. Damit bietet es sowohl der politischen Bildung als auch der Politik wissenschaftliche Grundlagen für deren Interventionsstrategien.“
Der Leipziger Landtagsabgeordnete Rick Ulbricht (CDU) hielt im Anschluss an den Besuch fest: „Das Else-Frenkel-Brunswik-Institut in Leipzig ist eine zentrale Institution der Demokratieforschung, insbesondere in Ostdeutschland. Ich bedanke mich herzlich für die Einladung und den spannenden Einblick in aktuelle Forschungsprojekte.“
Hintergrundinformationen
Das Else-Frenkel-Brunswik-Institut für Demokratieforschung an der Universität Leipzig (kurz: EFBI) wurde 2020 auf Initiative der sächsischen Landesregierung am Research Center Global Dynamics der Universität Leipzig gegründet. Es forscht zu demokratischer Kultur, Konflikten und antidemokratischen Dynamiken und dient der Früherkennung und Einordnung gesellschaftspolitischer Problemlagen. Durch Veranstaltungen und Publikationen mit fundierten Informationen für kommunale Praxis, politische Bildung und zivilgesellschaftliche Arbeit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des demokratischen Miteinanders im Freistaat.
Das Forschungsprojekt „Transformationserleben seit 1989 – Erfahrungen und politisch-gesellschaftliche Deutungsmuster“ widmet sich der Frage, wie die Umbruchserfahrungen von 89/90 und die anschließenden ökonomischen und sozialstaatlichen Transformationen heutige Wahrnehmungen und politische Einstellungen prägen. Das innovative Studiendesign des Projekts verknüpft die quantitativen Daten der seit 1987 laufenden Sächsischen Längsschnittstudie mit qualitativen Methoden wie Gruppendiskussionen.
Im Rahmen des „T!Raum“-Förderprogramms werden kommunales und universitäres Wissen verknüpft. Die Transferraum-Initiative „Handlungskompetenz der Kommunen stärken“ etabliert partizipative Formate von Wissensproduktion und Wissenstransfer in und mit den Kommunen. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Pressekontakt
Tilman Meckel
Referent für Wissenschaftskommunikation
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